NT Zähler zwei Jahre lang nicht abgelesen/Problem von SWM gelöst

Ina H.
Am 15.10.04 zog ich in eine 37 Quadratmeterwohnung in Haidhausen. Die Miete betrug 620 Euro warm.

Meine finanzielle Lage war damals sehr angespannt. Mein Freund war 2003 auf tragische Weise verstorben. Die alte Wohnung war für mich allein zu teuer und ich hatte Probleme, eine neue zu bekommen.

Erst am 13.9.2006 erhielt ich eine korrigierte Jahresrechnung für 2005 und 2006, in der stand, dass der Verbrauch vom NT in zwei vorherigen Jahresrechnungen nicht mit berechnet worden war. Es wurde eine Nachzahlung in Höhe von 657 Euro für 2005 und 717 Euro für 2006 gefordert.

Auf Nachfrage wurde zunächst behauptet, es sei immer vergessen worden, den NT abzulesen. Bei allen Nachbarn war aber beide Male auch der NT abgelesen worden. (Der Stromzählerraum war für die Mieter unzugänglich.)

Herr Reschke von der SWM Kundenberatung riet mir im persönlichen Gespräch am 16.2.07 in der Emmy Nöther Str., meine Argumente nochmals schriftlich ein zu reichen und Belege für meine Angaben mit zu schicken. Hier sind Auszüge aus meinem Schreiben an die SWM vom 3.3.07 :

„Bei einer so kleinen Wohnung stelle ich grundsätzlich diesen enormen Stromverbrauch in Frage.

Ein Energieberater der Verbraucherzentrale berechnete am 24.Januar 07 meinen angeblichen Heizenergieverbrauch in kWH pro Quadratmeter im Jahr, als ich noch nicht wusste, dass die Wohnung nicht 40 sondern 37 Quadratmeter groß ist. Wenn die Wohnung 40 Quadratmeter groß wäre, hätte ich dann 237,5 kWH verbraucht. Der durchschnittliche Wert läge laut Münchener Heizspiegel bei 90 – 147 kWH. (?!)

Beweis : Münchner Heizspiegel 04 und Berechnung des Energieberatungsexperten der Verbraucherzentrale, laut derer mein angeblicher Verbrauch 40 % über den Höchstwerten für Fernwärme liegt

Vorausgesetzt Ihre Zählungen wären korrekt und Ihre Zählwerke funktionierten korrekt, hätte ich schon viel früher informiert werden müssen über derart große Nebenkosten, um mir rechtzeitig eine andere Wohnung suchen zu können und um Energie einsparen zu können ! Nachdem ich Ihre Nachforderungsrechnungen für 2004 bis 2006 im Herbst 2006 erhalten habe, bin ich zur Verbraucherzentrale .... gegangen, weil ich mir die Wohnung so nicht leisten kann. Inzwischen ist die Wohnung wegen der hohen Stromkosten gekündigt. Ich ziehe am 31. April 07 aus.

Da ich ein geringes Einkommen hatte und seit 30.12.06 arbeitslos bin, bin und war ich umso mehr darauf angewiesen, über die anfallenden Mietkosten und Stromkosten informiert zu sein und kann keine hohen Raten für möglicherweise bestehende Schulden für Strom bezahlen.

Beweis : ...

Das wichtigste Argument : Der Fehler beim Ablesen wurde von Ihren Mitarbeitern verursacht. Bei allen Nachbarn, die ich gesprochen habe, die auch Nachtspeicheröfen haben, kam es zu keinen rückwirkenden Forderungen ihrerseits. Obwohl alle Parteien HT und NT Zählwerke haben, ist nur bei mir - zweimal - 2004 und 2005 (?!) ein Zähler nicht abgelesen worden !?

Zeugen : ....(Die Namen und Adressen von drei Nachbarn)
.....
Der Berechnung Ihrer neuen monatlichen Abschlagszahlungen habe ich bereits mehrfach widersprochen mit dem Hinweis, dass ich nun den Energieverbrauch eingeschränkt habe.
Ich lüfte anders, habe kein Fernsehgerät mehr, heize weniger, habe Decken an der Tür zum Hausgang, drehe den Boiler ab, wasche weniger und weniger oft mit hohen Temperaturen u.a.. Deshalb fordere ich ab Herbst 06 bis zum Auszug im April 07 Abschlagszahlungen in Höhe von 110 Euro.
Bitte nehmen Sie hierzu Stellung...“



Die Stromkostenforderungen vom 25.6.05 bis 23.5.06 lagen für 11 Monate bei 1207 Euro.
Die Abschlagsforderungen lagen ab Oktober 2006 lagen bei 153 Euro!


In der Schlussrechnung vom 18.9.07 hatte ich ein Guthaben über 40 Euro, obwohl ich den 153 Euro Abschlagszahlung widersprochen hatte und deutlich weniger bezahlt hatte, was auch beweist, dass ich meinen Energieverbruch eigentlich schon viel eher hätte senken und kontrollieren können, wenn eher korrekt abgelesen worden wäre.

Trotzdem klagen die SWM nun die 2385 (?) Euro plus Zinsen ein. Ich selbst durchschau(t)e das Ganze nicht und war mit Zahlungen möglicherweise doch im Rückstand. Trotzdem kann wohl kaum ein derart hoher Zahlungsrückstand entstanden sein.

Die Mahngebühren, denen ich schriftlich widersprochen habe, spielen sicher auch eine Rolle bei dieser Gesamtsumme.
Unter Aktenzeichen 274 C 31596/09 ist die Sache nun bei Gericht.

Ab Sommer/ Herbst 09 versuchte ich mit den SWM über die alten Schulden zu verhandeln. Herr Wagner vom Forderungsmanagement versprach mir zunächst mehrfach einen Rückruf vom zuständigen Bearbeiter. Als der nicht kam, wurde ich ab Winter an eine Kanzlei Heinicke verwiesen. Dort erfuhr ich mehr oder weniger zufällig vor drei Wochen, dass ich, weil sämtliche Schreiben an meine veraltete Adresse (bis Februar 08) gegangen waren, Anfang 10 einen Prozess verloren habe. Die Anwältin der SWM hatte außerdem einen Vollstreckungsantrag an meine korrekte Adresse (!?) in Auftrag gegeben, den ich entgegen Ihren Angaben vorerst per Antrag noch einstellen lassen konnte, bevor er rausging. Das Verfahren wurde auf meinen Antrag hin auch wieder geöffnet. Auch hierzu hatte die Anwältin der Kanzlei Heinicke gemeint, dies werde nicht möglich sein.

Ich hatte den Stadtwerken mehrfach eine Zahlung in Höhe von ca. 700 Euro
in Ratenform angeboten, auch als Teilanerkennung im Widerspruch gegen den Mahnbescheid.

 

Zurück zur Übersicht